Debo­rah e.V. Foren Aktu­ell in Not Wie soll ich da je drü­ber weg­kom­men

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    Anika
    Gast

    Hallo, 
    Ich hatte letzte Woche einen Abbruch. Keine Ahnung ob die Entscheidung richtig war!? Der Vater des Kindes hat mich mit der Nachricht über die Schwangerschaft verlassen! Er hat zwei Kinder und meinte, dass ich mit einem Kind sein Leben und das Leben seiner Kinder zerstöre. Anfangs dachte ich noch, ich würde alles alleine schaffen! Irgendwann kamen aber die Ängste, das ich es alleine  vielleicht doch nicht schaffe! Ich hab mich nur noch danach gesehnt mal in den Arm genommen zu werden! Freunde haben das leider nicht gemerkt! Jeder wusste es besser was ich zu tun oder zu lassen hab! Dabei fühlte ich mich total verloren! Dazu der Druck des Kindsvaters! Ich wusste nicht mehr weiter und hab mich für eine Abbruch entschieden! Das ist jetzt 5 Tage her und die Vorwürfe hören nicht auf und die Bilder des Abbruchs verfolgen mich! Ich bin 37 und hab mir eigentlich immer eine Familie gewünscht! Nur halt eine richtige Familie! Nicht ich alleine mit Kind! War der Abbruch aber nicht egoistisch? Ich wäre finanziell schon irgendwie über die Runden gekommen! 
    Was habt ihr gemacht um mit diesen Schuldgefühlen klar zu kommen? 
    Es würde mich freuen von jemanden zu hören! 

    #3074 Reply
    Kati
    Gast

    Hallo Anika, das tut mir sehr leid für Dich . Bei mir war es ähnlich. Ist schon eine Weile her. Mir half es, mich einigen wenigen Leuten anzuvertrauen.
    Die Schuldgefühle sind schlimm. Aber es macht mich immer sehr wütend, wenn ich mitbekomme, dass Männer bei dieser Entscheidung so manipulativ eingreifen.
    Die sind in meinen Augen mindestens genauso "schuldig". Und die Frauen sollen das allein auslöffeln??? Das ist nicht fair.
    Außerdem hast Du so wie ich das verstand nicht aus Egoismus gehandelt, sondern mit dem Rücken an der Wand und unter massiven Ängsten, die menschlich und total nachvollziehbar sind.
    Mir ging es damals langsam besser als ich den erdrückenden Begriff Schuld durch "Verstrickung und Verantwortung" anfing zu ersetzen.
    Dem Ungeborenen einen langen Brief zu schreiben tat mir gut. Ich denke inzwischen, dass es nicht verloren ist. Das tröstet mich.
    Ich versichere Dir: es wird mit der Zeit leichter. Gibt es eine Vertrauensperson in Deiner Nähe? Bist Du religiös? Was sind Deine Ressourcen?
    Am Anfang geht es nur von Tag zu Tag. Kennst Du Beppo Straßenkehrer aus Michael Endes "Momo"?
    Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.. Und dann noch ein kleiner Schritt. Und wieder der nächste... nur nicht stehen bleiben, auch wenn anscheinend die Zeit stehen bleibt... Gib nicht auf!!!! Du bist nicht allein mit diesem Schmerz. Und er verändert sich. Ich habe es so erlebt.
    Alles Liebe für dich....

    #3077 Reply
    Sabrina
    Gast

    Das spricht mir so sehr aus der Seele,Annika! Auch ich wurde vom Kindsvater und meinem Ehemann (ja,das war nicht dieselbe Person und damit ist das Ausmaß eigentlich schon klar)so dermaßen unter Druck gesetzt. Keiner hat gefragt,was ich will.  Ich glaube fest daran,dass ich besser damit umgehen könnte,wenn es MEINE Entscheidung gewesen wäre. Das war es aber nicht. Es war völlig egal was ich wollte. Und nun kann ich mir einfach nicht verzeihen. Und die Männer leben fröhlich weiter. Das ist einfach nicht fair.
    Ich würde mich freuen hier Kontakte zu finden.

    #3081 Reply
    Lexi
    Gast

    Leute, Leute, ich finde es sehr schlimm, dass das anscheinend so oft vorkommt: Abbruch unter Druck durch die Männer...
    Bitte versucht euch um Gottes Willen zu verzeihen; die Umstände, die Ihr beschreibt und die ich so ähnlich erlebt habe, waren wirklich schwer.
    Ich kämpfe auch noch mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, aber mit den Jahren wird es leichter.
    Und auch wenn ich mich bei Abtreibungsbefürwortern jetzt unbeliebt mache, möchte ich noch loswerden:
    Es ist in meinen Augen eine Tragödie, dass einer Schwangeren der Weg zum Abbruch in unserer Gesellschaft soo leicht gemacht wird -
    besonders dann, wenn sie sich gar nicht sicher ist, dass es der richtige Weg für sie ist, sondern sich einfach nur verzweifelt und allein gelassen fühlt.
    Wer denkt in einer solch schwierigen Situation einer Schwangerschaft, die der Kindsvater partout nicht will, weil er feige oder einfach nur überfordert ist, schon an das "Danach"??? Und wer oder was hilft uns dann, damit zu leben???
    Danke jedenfalls, dass es diese Seite hier gibt.
    Verstehen kann wohl nur die, die selbst betroffen ist, was eine Abtreibung mit sich bringt und mit einem macht...
    und ich wünsche mir auch noch mehr Kontakte, in denen ich mich offen darüber austauschen kann.

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Antwort auf: Wie soll ich da je drü­ber weg­kom­men
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